EIN KUNSTWERK AUS 4.000 EINZELTEILEN

SIEGERTYP

 

Bühne frei für ein aufregendes neues Rennauto: Zeitgleich mit dem Serienmodell hat Audi Sport auf dem Automobilsalon in Genf die DTM-Rennversion des Audi RS 5 Coupé präsentiert. Die neue RS-Designsprache hat in diesem Modell Premiere; ebenso sind zahlreiche reglementbedingte Änderungen umgesetzt.

„Das ist ein besonderer Tag für mich und alle, die beim DTM-Projekt mitarbeiten“, sagt Audi-Motorsportchef Dieter Gass. „Zum ersten Mal haben wir ein neues DTM-Auto parallel zum Serienmodell entwickelt. Das unterstreicht einmal mehr, wie eng Motorsport und Serie bei Audi zusammenarbeiten.“ Die Bilanz des Vorgängermodells setzt Maßstäbe für die Zukunft: Mit je zehn Saisonsiegen war der Audi RS 5 DTM in den vergangenen beiden Jahren jeweils das erfolgreichste DTM-Auto. „Das möchten wir mit dem neuen RS 5 DTM natürlich gern wiederholen“, so Gass.

Der Audi RS 5 DTM der dritten Generation hebt sich optisch deutlich von seinen beiden erfolgreichen Vorgängermodellen ab. „Er wirkt noch progressiver und ist aerodynamisch noch extremer“, sagt Projektleiter Stefan Gugger. „Wir haben die Aerodynamik in vielen Bereichen im Detail weiter ausgelotet.“ Dies zeigt sich vor allem im Bereich der Frontpartie und der hinteren Radhäuser. Der markante Singleframe-Kühlergrill des neuen Audi RS 5 besteht beim Rennauto aus einer hauchdünnen Folie. Rund um die hinteren Radhäuser lässt das restriktive DTM-Reglement den Technikern noch den größten Spielraum. Entsprechend wurden sie auf maximalen Abtrieb bei gleichzeitig größter Effizienz getrimmt.

„Außerdem haben wir die Passgenauigkeit der Teile noch einmal verbessert“, sagt Gugger. „Was die Spaltmaße betrifft, hat sich Audi schon immer von den Wettbewerbern abgehoben. Trotzdem haben wir noch einmal einen Schritt gemacht, der die aerodynamische Performance verbessert.“ Neu ist auch der Heckflügel, der nun aus zwei Blättern besteht. Um den Wirkungsgrad des Drag Reduction Systems (DRS) zu erhöhen, wird nicht mehr der gesamte Flügel nach unten geklappt, sondern wie in der Formel 1 das obere Flügelblatt flach gestellt – dadurch soll es in der DTM in Zukunft noch mehr Überholmanöver geben.

Ziel des neuen Reglements ist, das Fahrverhalten anspruchsvoller zu gestalten und so die Leistung der Fahrer stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Unter anderem wurde der aerodynamische Abtrieb der DTM-Rennwagen reduziert. Entscheidend hierfür sind bei allen Autos geometrisch veränderte einheitliche Frontsplitter, Unterböden und Heckdiffusoren. Auch die Bodenfreiheit ist per Reglement vergrößert.

Dass der neue Audi RS 5 DTM trotzdem schneller ist als sein Vorgänger, liegt vor allem an zwei weiteren Änderungen: Reifenpartner Hankook liefert in der Saison 2017 weichere Reifen, die einerseits schnellere Rundenzeiten erlauben, andererseits ganz bewusst nach ein paar Runden deutlich abbauen. Gleichzeitig leistet der vier Liter große V8-Motor des Audi RS 5 DTM nun mehr als 500 PS. „Die Mehrleistung spürt man im Cockpit“, sagt Jamie Green, der im Winter gemeinsam mit Mattias Ekström die meiste Testarbeit für die Saison 2017 leistete.

Der Motor des Audi RS 5 DTM blieb von der Basis her unverändert. Um die gewünschte Leistungssteigerung zu erreichen, haben die Ingenieure den Ansaugtrakt und das Kühlsystem modifiziert. Zudem haben sie Details angepasst, um dieselbe Zuverlässigkeit wie bisher zu gewährleisten. Schließlich muss ein DTM-Motor eine komplette Saison überstehen.

Eine weitere reglementbedingte Änderung ist das nun ebenfalls bei allen DTM-Autos identische Fahrwerk. Dadurch werden kostspielige Weiterentwicklungen vermieden, gleichzeitig sind die Einstellmöglichkeiten unverändert vielfältig.

„Mit dem neuen DTM-Reglement wurde sehr viel dafür getan, die Kosten weiter zu reduzieren, gleichzeitig aber den Sport zu verbessern und die Autos attraktiver zu machen“, sagt Dieter Gass. „Es sind spannende Zeiten für die DTM: Wir haben mehr Leistung, weichere Reifen und weniger Abtrieb. Kombiniert mit den besten Fahrern versprechen wir uns noch spannenderen Rennsport. Ich kann nur jeden einladen, Anfang Mai nach Hockenheim zu kommen, um das erste Rennen unseres neuen Babys selbst zu erleben.“