Drittes Rennen, dritter Pokal – ABT weiter stark

Manchmal fühlt sich auch ein zweiter Platz wie ein kleiner Sieg an.

Manchmal fühlt sich auch ein zweiter Platz wie ein kleiner Sieg an: Mit seinem zehnten Podiumsplatz im 14. Formel-E-Rennen hat Lucas di Grassi aus dem Team ABT Schaeffler Audi Sport in Punta del Este (Uruguay) nicht nur eine beeindruckende Serie ausgebaut, sondern sich auch in der zweiten Saison fest im Titelkampf der Elektro-Rennserie etabliert. Ein Baustein des Erfolgs war der perfekte Boxenstopps der Mechaniker.

Lucas di Grassi bleibt einer der Hauptdarsteller in der Formel E: Der Brasilianer ist der einzige Pilot, der bei allen drei Rennen dieser Saison einen Pokal eroberte. Nach einem zweiten Platz beim Auftakt in Peking und dem Sieg beim Gastspiel in Malaysia fuhr di Grassi bei seinem Fast-Heimspiel in Uruguay erneut auf Rang zwei. Mit nur einem Punkt Rückstand liegt er direkt hinter Tabellenführer Sébastien Buemi aus dem Renault-Werksteam. In der Teamwertung belegt das einzige deutsche Team im Feld ebenfalls den zweiten Rang hinter der französischen Mannschaft.

Nach einem mäßigen Start und einigem Gerangel in der ersten Rennhälfte wurde der Boxenstopp, bei dem die Fahrer ihr Auto wechseln müssen, für Lucas di Grassi zum Showdown des Rennens in Punta del Este. Der Südamerikaner bog auf Position vier in die Boxengasse ab und kehrte auf Platz zwei wieder auf die Rennstrecke zurück. 59 Sekunden sind als Mindestzeit festgeschrieben – di Grassi benötigte perfekte 59,2 Sekunden.

„Auf meine Jungs in der Box kann ich mich einfach hundertprozentig verlassen. Der Pokal heute soll einen Ehrenplatz in der Werkstatt in Kempten bekommen“, sagte Lucas di Grassi nach dem Rennen. Dennoch richtet er den Blick schon nach vorn: „Renault und Sébastien Buemi sind die Favoriten, die es zu schlagen gilt. Aber wir werden ihnen im Nacken sitzen und bereit sein, wenn sie den kleinsten Fehler machen. Es war heute ein hartes Rennen mit viel Action. Der Boxenstopp war entscheidend, und das Team hat unter Druck den perfektesten Job im Fahrerlager gemacht.“

Teamkollege Daniel Abt war von Platz sieben ins Rennen gegangen und belegte nach 33 Runden auf dem 2,785 Kilometer langen Kurs den achten Rang. Zwischenzeitlich sah es so aus, als könnte der einzige Deutsche im Fahrerfeld mit di Grassi im Parallelflug nach vorn stürmen. Doch ein kurzer Kontakt mit der Mauer warf ihn um einige Positionen zurück. „Ich hatte einen guten Start und war in der Spitzengruppe unterwegs. Nach dem kleinen Ausrutscher habe ich mich dann darauf konzentriert, die Punkte nach Hause zu fahren und lieber nichts mehr riskiert.“

Hans-Jürgen Abt zieht ein positives Fazit des Rennens in Südamerika, das bei hochsommerlichen Temperaturen direkt an der Atlantikküste ausgetragen wurde. „Natürlich wollen wir immer gewinnen, aber heute feiern wir auch diesen zweiten Platz wie einen Sieg“, sagte der Teamchef. „Das Team hat wieder einmal seine Nervenstärke gezeigt und darf jetzt stolz Weihnachten feiern. Ja, wir haben beide Tabellenführungen verloren – aber das ist für uns nach dem dritten Rennen nicht mehr als eine Momentaufnahme.“

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