Rennfahren gibt viele Kicks
Der Kick beim Rennfahren

Die Hände am vibrierenden Steuer. Die harte Sitzschale eng am Po. Rundherum vier knubbelige Reifen. In der Nase nur den Duft von Öl, Benzin und Bremsbelägen. Vor sich nichts als den grauen Asphalt. Das ist Kartfahren pur, der reinste Motorsport. Und das macht dem Buben aus Thun in der Schweiz total Laune; sogar noch mehr als sein Rennrad und sein Mountainbike. „Dieses tolle Gefühl, mit dem Fahrzeug eins zu sein, mit ihm immer perfekter auf der Rennstrecke tanzen zu können, darum ging’s mir am Anfang“, denkt der heute 28 Lenze junge Nico Müller gut 20 Jahre zurück.

 

 

 

Lang sind sie her, diese herrlichen Kindertage auf der Kartbahn in Lyss vor den Toren Berns. Heute ist Müller erfolgreicher DTM-Pilot im Audi Sport Team ABT Sportsline, aktuell sogar Vize-Champion der prominenten Tourenwagen-Serie. Und immer noch ist für ihn einer der schönsten Plätze der Welt der hinter dem Lenkrad. Ob in seinem bärenstarken Audi RS 5 DTM mit über 600 PS Turbopower oder in jedem anderen Rennauto, das der Eidgenosse in die Finger bekommt. „Das Balancieren an der Haftgrenze, das Beherrschen des Limits, am Lenkrad die volle Kontrolle zu haben und das mit dem ganzen Körper genau zu spüren, das empfinde ich bis heute als einzigartig. Das hat mich von Anfang an süchtig gemacht“, gesteht Müller.

 

Mehr Können, Mehr Verlangen

Müllers Talent zum schnellen Autofahren zeigt sich auf Anhieb. Damit wachsen weitere Sehnsüchte in ihm. Und nicht bloß die nach einem schnelleren, stärkeren Gefährt als das Kart. „Das Verstehen der Fahrzeugtechnik, das Tüfteln am Set-up, wurde für mich ebenfalls zum Riesenbedürfnis. Genauso wie der Wettbewerb auf der Strecke, das Studieren all der Gegner vor und hinter dir, sie zu überholen oder ihre Überholversuche zu parieren“, erzählt Nico Müller. „Das ist wie beim Schach- oder Kartenspielen, wo du auch sehr präzise und taktisch deine Chancen suchen, finden und nutzen musst.“


Mit den verfeinerten Fähigkeiten und den auf der Stoppuhr sichtbaren Fortschritten keimt noch mehr Verlangen im jungen Rennfahrerherz: die erste Pole-Position, der erste Rennsieg, der erste Meistertitel. „Du hast das Gefühl, da geht immer noch mehr, und deshalb willst du auch immer noch mehr“, beschreibt Müller seinen Vorwärtsdrang. 2009, mit gerade mal 17 Jahren, wird er erstmals Champion. In der Schweizer Formel-Renault-Serie: neun Siege aus zwölf Rennen.

 


„Wo du ein Rennen gewinnst, ist eigentlich egal“, sagt der DTM-Vizemeister von 2019. Valencia, Silverstone, Budapest: die ersten Siegesorte von Nico Müller als Profipilot und doch keine Sehnsuchtsorte. Mehr als dort eingefahrene Siege zählt bei einer Rennstrecke für Nico Müller ihr Charakter. „In Spa und Monza kribbelt’s bei mir schon, sobald ich auf die Anlage komme“, gibt er zu. Und: „Die zweite Lesmo-Kurve in Monza mit ihrer Kompression gibt mir jedes Mal ein echt geiles Gefühl, wenn ich das dort ganz besonders frühe Rausbeschleunigen perfekt hinkriege. Ähnlich geht es mir in der brutal schnellen Eingangskurve zum Motodrom in Hockenheim.“

Die Nordschleife des Nürburgrings, wo er 2015 das 24-Stunden-Rennen für Audi gewonnen hat, ist für den Schweizer zweifellos die Mutter aller Rennbahnen: „Echt Wahnsinn, das absolute Highlight! Dass wir auf dieser über 90 Jahre alten, im Grunde mit all ihren einzigartigen Herausforderungen erhaltenen Strecke mit den modernsten Rennwagen noch fahren können, ist der Hammer.“ Noch länger halten wird wohl nur seine Sehnsucht nach der Kartbahn von Lyss. „Dort geht mir beim Fahren das Herz sogar heute noch ganz besonders auf“, erlaubt er sich einen Tick Kartkid-Romantik.

ABT Spirit und Heimatgefühle

Nicht weniger am Herzen als Rennfahren und Renntechnik liegt Nico Müller der bestmögliche Kontakt zu seinen Kollegen bei ABT Sportsline. „Auf Teamwork, auf das gemeinsame Voranbringen meines Rennautos, lege ich extrem viel Wert“, betont er. Deshalb reist der Schweizer regelmäßig nach Kempten zum Firmensitz von ABT Sportsline. „Kempten ist für mich ein ganz wichtiger Bezugspunkt, weil dort zu einem ganz großen Teil unsere Erfolge erarbeitet werden“, fügt Müller hinzu. Dort wird „Lucy“, wie jedes seiner DTM-Autos von ABT Sportsline heißt, immer wieder rennfit gemacht. Von seinen Ingenieuren und Mechanikern. Also von Felix Fechner und Marc Roca, von Manuel Stadler, Johannes Lechner, Steve Bady und Jakub Drda. Die von ihrem Piloten nach dem Job gern auch in Kemptens Gasthäuser und einmal im Jahr sogar zu ihm in die Schweiz zum gemeinsamen Kartfahren eingeladen werden.

Gemeinsam stark

Dieser Chorgeist beflügelt Fahrer wie Crew. „Gemeinsam mit vollstem Vertrauen zueinander an einem Strang zu ziehen, zusammen durch Dick und Dünn zu gehen, das treibt uns alle extrem an“, betont Nico Müller. „ABT Spirit“ nennen sie das. Jenen guten Geist, der ABT Sportsline neben jeder Menge technischem und geschäftlichem Geschick in den letzten 20 Jahren acht DTM-Titel und zwei Formel-E-Meisterschaften ins edle Autohaus in die Johann-Abt-Straße Nr. 2 gebracht hat.


Einer von Nico Müllers Sehnsuchtsorten ist der heimische Flughafen in Zürich. „Wenn ich von einem Rennen zurückkomme und dort diese lässige, coole Atmosphäre spüre, habe ich gleich nach der Landung ein ganz tolles Heimatgefühl.“ Getoppt wird das nur von Blumenstein, seinem Wohnort, wo er mit seiner Lebensgefährtin Victoria entschleunigt.

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