Heißes Eisen

Mit Kutschen verdiente Johann Baptist Abt an der Schwelle zum 20. Jahrhundert gutes Geld. Insofern ist die Firma, die der Schmiedemeister vor nunmehr 125 Jahre gegründet hat, dem ursprünglichen Metier treu geblieben. Wenngleich die „Kutschen“ von heute Umlaufbahnen entfernt sind von den damaligen metallbeschlagenen Fuhrkarren. Gleiches gilt für die Werkstätten, in denen Hand an sie gelegt wird. Damals: das rußgeschwärzte Gemäuer, in dem Schmied Johann Abt sein Tagwerk verrichtete, mit der glutheißen Esse, dem Ofen der Metallverarbeiter, im Zentrum. Heute: fast schon klinisch reine Arbeitsplätze, ein Wald von Hebebühnen, überall Bildschirme, Präzisionswerkzeuge und ein Hightech-Rollenprüfstand, auf dem auch der Johann Abt gewidmete Power-Kombi sein Potenzial belastungsfest unter Beweis stellen musste. So weit die ABT’schen Welten von damals und heute auseinanderliegen, so gibt es herausstechende Gemeinsamkeiten: Ein von Leidenschaft und Hingabe geprägter Arbeitsethos, höchste Qualitätsansprüche, der Antrieb, besser sein zu wollen als die Konkurrenz, innovative Ideen und ein gutes Gespür für die Kunden und ihre Wünsche, verbunden mit der Freude daran, sie über die Erwartungen hinaus zu erfüllen. All das treibt die Firma ABT seit 1896 an und spiegelt sich im ABT RS6 Johann Abt Signature Edition wider.

Ein Auto, das mehr ist als ein Jubiläumsmodell. Es ist eine echte Herzensangelegenheit: Deswegen wurde als Verneigung vor dem Firmengründer in jedes der 64 Exemplare ein Fragment des original Ambosses von Namenspatron Johann Abt implementiert.

Ein Auftritt, der buchstäblich den Atem raubt

Aber auch sonst haben die Spezialisten von ABT dem Supersportwagen im Kombikleid einiges implementiert. Zum Beispiel eine Leistungsteigerung von 600 auf 800 PS gegenüber dem Serien-RS6. Ähnlich beeindruckend: Das Drehmomentplateau erreicht zwischen 2.750 bis 5.000 U/ min eine Höhe von 980 Nm. Bei 4.400 U/min wird es sogar vierstellig: 1.000 Nm. Das Spurtvermögen ist entsprechend: atemberaubend. Ein Wort, das Sie, liebe Leser, in diesem Fall durchaus in seinem Wortsinne interpretieren können. Denn dank Allradantrieb mit sensibler Schlupfverteilung und walzenbreiter 285-Bereifung rundum wird jede Pferdestärke, jedes Newtonmeter nahezu reibungslos in brachialen Vortrieb umgesetzt. Und das mit einer so unfassbaren Vehemenz, dass den Passagieren die Luft zum Atmen wegbleibt. Zum Ausgleich schüttet der Körper reichlich Adrenalin aus.

Beim Belastungs-EKG auf der Testtrecke im niedersächsischen Papenburg zeigte der RS6 Johann Abt Signature Edition beeindruckende Vitalwerte. In messtechnisch festgehaltenen 2,91 Sekunden beschleunigte Rennfahrer Daniel Abt den familientauglichen (!) Kombi von null auf hundert Stundenkilometer. Und weiter ging’s. Nach 1.704 Metern auf dem Ovalrundkurs zeigten die Messgeräte 300 km/h an. Aber erst bei 330 km/h war die Tempospitze erreicht. Und immer im Hinterkopf behalten: Wir sprechen immer noch von einem familientauglichen Kombi und nicht von einem reinrassigen Supersportwagen.

ALLES DRIN, WAS DER TECHNIKBAUKASTEN HERGIBT

Möglich macht all dies die geballte ABT Technik unter der Haube. Um die wahre Kraft des Motors zu entfesseln, kommen nämlich eigens entwickelte und gefertigte Ladeluftkühler, Turbolader und das ABT Engine Control Steuergerät (AEC) zum Zug. Die vergrößerten Ladeluftkühler sorgen dabei über den gesamten Betriebsbereich für eine geringere Ladelufttemperatur. Um den Motor auch bei Höchstgeschwindigkeit auf einem gesunden Temperaturniveau zu halten, hat ABT eine zusätzliche bedarfsgesteuerte Ölkühlung installiert. Das gesamte Paket wurde ausgiebig erprobt, abgesichert, verifiziert, homologiert und freigegeben.

Es ist Ehrensache für die involvierten Rennsportmechaniker, dass sich der RS6 Johann Abt Signature Edition trotz aller Kraft behende bewegen kann. ABT Gewindefahrwerksfedern in Kombination mit Sportstabilisatoren an Vorder- und Hinterachse minimieren die Nick- und Rollneigung des Fahrzeugs über die Quer- und Längsachse und bescheren der Jekyll-and-Hyde-Familienkutsche eine begeisternde Fahrdynamik. Besonders spürbar: der zusätzliche „Biss“ an der Vorderachse für optimales Handling und Einlenkverhalten.

Feines Windspiel

Die Aerodynamik-Applikationen im rötlichen Sichtcarbon tragen ebenfalls zum verschärften Fahrgefühl bei. So steigerten die ABT Experten den Abtrieb an der Hinterachse um rund 150 Kilogramm und verbesserten so die Fahrzeugbalance. Auch die Kühlung der Bremsen wurde durch die Luftführung und die Ventilation der Räder optimiert. Das Ergebnis: Selbst bei der vierten Vollbremsung erreichten die Tester in Papenburg noch Verzögerungen von über 9 m/s². Rotglühend erhitzen lassen sich die Scheiben also im normalen Straßenverkehr kaum. Das soll die Ehrerbietung an den namensgebenden Schmied aber keinesfalls mindern. Vielmehr soll auch dieser Aspekt die Liebe zur Perfektion hervorheben, die Johann Abt seinen Nachfolgern mit auf den Weg gegeben hat.

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